Erziehung

Aus Babytipps
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Hierzu gebe ich euch keine Tipps. Ihr seid tolle Menschen geworden was bedeutet, dass eure Eltern nicht allzuviel falsch gemacht haben. Jeder von euch hat aber vielleicht die eine oder andere Erinnerung die die Eltern nicht so gut gemacht haben. Um später Missverständnisse zu vermeiden: erzählt euch am besten davon und vereinbart, wie ihr euch das vorstellt oder handhaben wollt.
Vertraut euch, vertraut dem Baby, vertraut dem gesunden Menschenverstand und hängt die Latte nicht zu hoch, weder für euch noch für das Kind. Wenn ihr dem Baby Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein mitgebt, wird es einen guten Weg gehen.
Sprecht besonders auch über die Dinge, die gut waren und euch voran gebracht haben. Ihr seid vermutlich so unterschiedlich aufgewachsen, dass man einfach nicht weiß, ob man wirklich gleich in den Situationen reagiert.
Am schlimmsten für ein Baby/Kind ist Unsicherheit. Wenn es sich nicht auf die Regeln verlassen kann, weil ihr sie unterschiedlich handhabt.
Welche Einsicht mir geholfen hat: Psychologie, 4. Semester im Studium, Entwicklung des Kindes: Es ist völlig egal, welchen Erziehungsstil die Eltern vertreten: autoritär, antiautoritär, situativ.... wichtig ist, dass sie es konsequent tun.
Seid entspannt, gelassen, und achtet auf euch selbst.

Doch noch 2 Tipps (wo sind hier eigentlich die emojis??), die sowohl für die Entwicklung der Jungs als auch für unsere eigene Beruhigung sehr hilfreich waren (beides aus dem gleichen Psychologie-des-Kindes-Kurs)

ERFAHRUNGEN und VERBOTE
Babys sind grundsätzlich und Gott sei Dank unheimlich neugierig. Erlaubt dem Baby/Kleinkind soviel eigene Erfahrungen wie möglich zu sammeln, auch unangenehme (z.B. eingeklemmte Finger an Schubladen). Lasst es Erfahrungen möglichst in eurem unauffälligen Beisein oder in sofortiger (liebevoller) Eingriffsbereitschaft machen, und verbietet es nicht sofort, denn es wird Situationen geben, in denen ihr nicht anwesend seid und das Baby/Kind sich selbst helfen muss. Das kostet Nerven, aber lieber so als dass es nicht weiß, was es dann tun soll. Verbotenes wird oft heimlich probiert, aber dann ist niemand da der eingreifen kann.

Aber es gibt Ausnahmen:


FINGER-WEG-SACHE
Es gibt Dinge, die gefährlich sind. Wie z.B. der heiße Backofen oder versehentlich stehen gelassener Blumendünger oder so. Wenn sich das neugierige Baby/Kind das näher anschauen will, dann sagt sofort in bestimmtem aber nicht aggressivem Ton "Finger-weg!". Und dann erklärt ihr umgehend, warum es sich um eine Finger-weg-Sache handelt, auch wenn euer Baby/Kind das gerade noch nicht verstehen kann. Wiederholt es bei jedem weiteren Versuch. Findet den richtigen Ton, damit das Baby/Krabbelkind sofort innehält, aber möglichst nicht in Tränen ausbricht. Manchmal erschrickt man sich selbst so heftig über so eine Situation, dass der Ton dem Baby Angst macht. Das ist alles nicht so schlimm. Macht es euch nur bewusst, und ich weiß, dass ihr beide sehr reflektierte Personen seid.


LÜGEN
Lügt das Kind niemals an. NIEMALS. Ihr verliert sonst sein Vertrauen.
- Der Impfpiekser oder Blutentnahme tut weh? "JA, das tut es, aber danach ist es sofort wieder gut".
- NICHT: "Ich komme gleich zurück", wenn ihr wisst, dass es 2 h dauert. Besser: "ich muss weg und es kann ganz schön lange dauern. Und lange ist soviel wie erst schlafen und dann noch essen..."


UNERFÜLLBARE WÜNSCHE
Das Kind versteht nicht, warum sein Wunsch nicht erfüllbar ist. Z.B. Warum es nicht mit den anderen in die Achterbahn darf obwohl es schon 2 Jahre alt ist. Oder warum es den schönen Ball vom REWE nicht mitnehmen darf. Hier fand ich die 'Vertröstung' auf einen anderen Zeitpunkt hilfreich, nämlich AN EINEM ANDEREN TAG.
"Ja, Du darfst in die Achterbahn, aber erst an einem anderen Tag"
"Ja, Du bekommst einen bunten Ball, aber erst an einem anderen Tag"
"Ja, Du darfst bei Oma und Opa schlafen, aber an einem anderen Tag"
So wird aus einer negativen Ablehnung eine positive Hoffnung.


POSITIVE VERSTÄRKUNG
'Überseht' kleine Fehler und kommentiert sie nicht.
Freut euch sichtbar und mit Worten und Gesten über erwünschtes Verhalten. "Das hast Du toll gemacht!!" wenn es euch stolz zeigt, wie es 1/10 seines Zimmers aufgeräumt hat. "Und jetzt machen wir/machst Du noch den Rest und dann essen wir Kekse"


AUFRÄUMEN
A propos Aufräumen: ein Kind kann nur Aufräumen, wenn alles einen Platz hat. 'Dieser Soldat steht dort auf dem Regal, dieser Ball gehört dort in das Netz, die Stifte gehören zu dem Papier in die Schublade...'


Euer Kind will und wird seinen eigenen Weg gehen und nicht euren. Vertraut ihm, dass es - genauso wie ihr - weiß, was gut für es ist.